Gesundheitsamt Fulda, MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen sowie GNO hatten zur Fortbildung eingeladen

09.07.2017 | Fulda

Multiresistente Erreger: Herausforderung im ärztlichen Alltag

FULDA. So viel wie nötig, so wenig wie möglich - beim Einsatz von Antibiotika ist Augenmaß notwendig. Das wurde bei der Fortbildungsveranstaltung „Rationale Antibiotikatherapie/Multiresistente Erreger“ deutlich, zu der das Gesundheitsamt Fulda sowie das MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen in Kooperation mit dem Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) eingeladen hatten.

Acht Referenten beleuchteten in der gut dreieinhalbstündigen Veranstaltung, die im Fuldaer Bonifatiushaus stattfand, die aktuellen Entwicklungen und relevanten Fragen rund um die Multiresistenten Erreger (MRE). Ärzte, Apotheker und Hygieneexperten sensibilisierten die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Praxis, Klinik und Pflege sowohl für einen bedachten Einsatz von Antibiotika als auch für ein gutes Hygienemanagement im ambulanten und stationären medizinischen sowie pflegerischen Bereich.

„Multiresistente Erreger sind weiterhin eines der größten Probleme für die Gesundheit und stellen zunehmend eine Herausforderung im ärztlichen Alltag dar“, erklärte Dr. Helmut Ernst, Leiter des Kreisgesundheitsamts. Die Verbreitung der MRE könne jedoch durch gezielte Hygienemaßnahmen und durch eine auf die lokale Resistenzsituation abgestimmte Therapie wirksam begrenzt und verhindert werden, ergänzte Dr. Daniel Nolte, Aufsichtsratsvorsitzender des GNO.

Wie eine umsichtige, kontrollierte und angemessene Anwendung von Antibiotika im klinischen Alltag aussehen kann, erläuterte Prof. Dr. Bernd Kronenberger, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda. Der Internist zeigte anhand von Fallbeispielen auf, wie Diagnostik, Therapie und Hygienemanagement unter Berücksichtigung spezifischer Algorithmen ablaufen sollten, um den Patienten adäquat behandeln und gleichzeitig eine Ausbreitung von antibiotikaresistenten Erregern verhindern zu können.

Als Facharzt für Allgemeinmedizin und Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen skizzierte Dr. Uwe Popert in seinem Vortrag die hausärztliche Perspektive beim rationalen Antibiotikaeinsatz. Apotheker Rainer Brosig hatte zuvor die wichtigsten Antibiotika sowie deren Einsatzgebiete, Wirkweisen samt Nebenwirkungen und Wechselwirkungen im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten vorgestellt.

Dr. Helmut Ernst und Dr. Dorothee Hofmann, Ärztin am Gesundheitsamt, beleuchteten das Thema Hygiene im Allgemeinen sowie das Hygienemanagement in Arztpraxen im Besonderen. Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen beim Thema Infektionsprävention ist, verdeutlichte Jens Fitzenberger, Gesundheitsberichterstatter am Kreisgesundheitsamt. Er unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der MRE-Netzwerke, die Teil der nationalen Strategie zur Bekämpfung der Multiresistenten Erreger sind und zur Etablierung eines rationalen Antibiotikaeinsatzes beitragen sollen. Abschließend wurden Abrechnungsfragen in Zusammenhang mit MRE von Dr. Ulrich Dorenburg von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen beantwortet.

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